Mindestlohn in Deutschland soll bis 2027 auf 14,60 Euro steigen

Deutschland will den Mindestlohn laut DW in zwei Schritten bis 2027 auf 14,60 Euro pro Stunde erhöhen. Die vorgeschlagenen Stufen sind von 12,82 Euro auf 13,90 Euro Anfang 2026, gefolgt von einer zweiten Erhöhung auf 14,60 Euro im Jahr 2027, wodurch das monatliche Einkommen von Vollzeitbeschäftigten auf fast 2.500 Euro steigen würde.
Die Entscheidung, die von der deutschen Mindestlohnkommission empfohlen wurde, sorgt dafür, dass der Mindestlohn mit dem allgemeinen Lohnwachstum Schritt hält, auch wenn dieser Vorschlag noch hinter dem ursprünglichen Ziel von 15 Euro bis 2026 zurückbleibt.
Die deutsche Lohnkommission besteht aus Vertretern der Gewerkschaften und der Arbeitgeber, die alle zwei Jahre die Lohnanpassungen anhand der nationalen Einkommensentwicklung überprüfen. Diese Vorschläge müssen vom deutschen Arbeitsministerium umgesetzt werden.
Damit hat Deutschland den zweithöchsten Mindestlohn in der Europäischen Union, gleich hinter Luxemburg.
Laut Eurostat-Daten haben nur vier andere EU-Länder einen monatlichen Mindestlohn von über 2.000 Euro, darunter Luxemburg (2.638 Euro), Belgien (2.111,89 Euro), Irland (2.282 Euro) und die Niederlande (2.380,32 Euro).
Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Lage
Die geplante Erhöhung des Mindestlohns könnte es für Firmen schwieriger machen, neue Mitarbeiter einzustellen, da höhere Arbeitskosten dazu führen könnten, dass Unternehmen Leute entlassen oder Arbeitszeiten verkürzen.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist laut der Bundesagentur für Arbeit im Mai 2025 auf etwa 3 Millionen gestiegen – der höchste Mai-Wert seit 2010. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den 2,2 Millionen im Mai 2022.
Gleichzeitig sind laut ING die offenen Stellen seit Ende 2021 rückläufig.
Ein aktuelles Ifo-Beschäftigungsbarometer zeigte auch, dass deutsche Unternehmen trotz einer leichten Verbesserung der Konjunkturaussichten weiterhin zögerlich bei der Einstellung neuer Mitarbeiter sind.
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