78 % der Top-Mitarbeiter: Kündigung ohne flexible Arbeitsbedingungen

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Eine neue Studie von Cisco zeigt, dass 78 % der leistungsstärksten Mitarbeiter erwägen würden, ihren Job zu kündigen, wenn ihr Arbeitgeber ihnen keine flexiblen Arbeitsmodelle anbietet, wie HR Drive am 13. Juni 2025 berichtet.

 

Cisco veröffentlichte den Bericht „2025 Navigating Hybrid Work Strategies in the Evolving Workplaces” auf der Grundlage einer Umfrage unter 21.513 Arbeitnehmern und Arbeitgebern in 21 Märkten. Die Umfrage zeigt einen dringenden Wandel in den Erwartungen der Arbeitnehmer auf und signalisiert einen entscheidenden Moment für Unternehmen, die nach der Pandemie ihre Vorschriften zur Rückkehr ins Büro überdenken.

 

Die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer assoziiert strenge Vorschriften zur Rückkehr ins Büro mit mangelndem Vertrauen. 77 % der befragten Arbeitnehmer geben an, dass solche Richtlinien ein mangelndes Vertrauen in ihre Professionalität widerspiegeln. Nur 39 % glauben, dass vorgeschriebene Arbeitstage im Büro die Produktivität verbessern, und nur 28 % stimmen zu, dass diese Anforderungen ihrem Wohlbefinden zuträglich sind.

 

92 % sind sich einig, dass Gemeinschaft und persönliche Zusammenarbeit für einen produktiven Arbeitsplatz unerlässlich sind.

 

Was sagt uns der Bericht über Trends im Bereich flexibles Arbeiten?

 

Fran Katsoudas, Executive Vice President und Chief People, Policy und Purpose Officer bei Cisco, betonte, dass „Flexibilität die Leistung von Top-Performern verbessert“, und stellte klar, dass Flexibilität nicht vollständige Remote-Arbeit bedeutet, sondern vielmehr die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse und das Erkennen, wann Zusammenarbeit am effektivsten persönlich erfolgt.

 

Sie schlägt vor, dass sich der Arbeitsplatz auf die Bereiche Mentoring, Kreativität und Teambildung konzentrieren sollte, um die Präsenzzeit zu rechtfertigen und den strategischen Mehrwert zu erhalten.

 

Die Studie hebt auch einen erheblichen Mangel an Kommunikation hervor. Nur 36 % der Mitarbeiter waren der Meinung, dass ihnen die Vorschriften zur Rückkehr ins Büro klar erklärt wurden. Diese Unklarheit trägt zum Misstrauen und Widerstand der Mitarbeiter bei.

 

Katsoudas rät Führungskräften, ihre Teams nach Ergebnissen, der Häufigkeit der Zusammenarbeit und optimalen persönlichen Interaktionen zu fragen, um sinnvolle hybride Strategien zu entwickeln.

 

Generationsunterschiede

 

Die Studie zeigt einige wesentliche Unterschiede in den Ansichten der verschiedenen Generationen auf. Nur 44 % begrüßen den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) zur Unterstützung hybrider Umgebungen. Diese Diskrepanz ist besonders deutlich bei Mitarbeitern der Generation Z, von denen 56 % digitale Tools für unverzichtbar halten, gegenüber 34 % der Babyboomer.

 

Technologie bleibt ein wichtiger, aber noch nicht ausreichend genutzter Bestandteil der hybriden Arbeit. Während 90 % der Mitarbeiter die Bedeutung von Tools für die Zusammenarbeit erkennen, investieren nur 32 % der Unternehmen ausreichend in diese Plattformen.

 

Die Meinungsunterschiede zwischen den Generationen betreffen nicht nur den Einsatz von Technologie. 48 % der Gen Z-Mitarbeiter halten Remote-Arbeit für produktiver, verglichen mit 28 % der Babyboomer-Führungskräfte. Technologien mit Fokus auf das Wohlbefinden wie intelligente Beleuchtung und Luftqualitätskontrollen werden von 64 % der Gen Z-Mitarbeiter gefordert, deutlich mehr als von ihren Boomer-Kollegen.

 

Was können Arbeitgeber von der Studie lernen?

 

Diese Studie dient als Warnung für Unternehmen: Ihre Leistungsträger, also diejenigen, die Innovation und Ergebnisse vorantreiben, sind am ehesten bereit, das Unternehmen zu verlassen, wenn Flexibilität nicht in den Arbeitsrichtlinien verankert ist.

 

Die Studie gibt außerdem Aufschluss darüber, dass 85 % der Leistungsträger berufliche Vorteile darin sehen, Zeit im Büro zu verbringen, jedoch nur 34 % vorrangig vor Ort arbeiten möchten. Dieser Kontrast verdeutlicht die Notwendigkeit von Flexibilität in Verbindung mit gezielter persönlicher Interaktion.

 

Arbeitgeber rechtfertigen Regeln zur Rückkehr ins Büro oft mit der Reduzierung von Immobilienkosten, doch die Mitarbeiter nennen Pendelkosten und die Belastung der Work-Life-Balance als wichtige Bedenken.

 

In diesem Spannungsfeld wird Flexibilität zum entscheidenden Faktor für die Bindung von Talenten.

 

Experten empfehlen Unternehmen, hybride Arbeitsrichtlinien gemeinsam mit den Mitarbeitern zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Anforderungen für die Rückkehr ins Büro flexibel sind und auf Vertrauen basieren.

 

Arbeitgeber sollten außerdem in Zusammenarbeit und KI-gestützte Technologien investieren, um integriertere hybride Arbeitsabläufe zu unterstützen. Die Führungskräfte sollten die Büroumgebung neu definieren und den Schwerpunkt auf Mentoring, Innovation und Kultur statt auf Routineaufgaben legen.

 

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